Denkweisen im Wandel: Warum Entwicklung Mut braucht | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer

Shownotes

Wir verändern uns. Unsere Erfahrungen verändern sich. Unser Wissen wächst. Und trotzdem tun wir manchmal so, als müsste eine Meinung, die wir einmal hatten, für immer dieselbe bleiben.

In dieser Folge von „Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer“ geht es um Entwicklung. Nicht um Selbstoptimierung, den nächsten großen Lebensplan oder die Vorstellung, irgendwann endgültig „fertig“ zu sein. Sondern um etwas viel Alltäglicheres: die Bereitschaft, genauer hinzuschauen, neue Informationen zuzulassen und manchmal auch die eigene Sichtweise zu korrigieren.

Anette erzählt von ihrer eigenen Entwicklung und davon, wie aus einzelnen Gedanken mit der Zeit Zusammenhänge entstanden sind. Sie spricht darüber, warum Erfahrung allein nicht bedeutet, dass man nichts mehr lernen kann, weshalb Widerspruch kein persönlicher Angriff sein muss und warum eine veränderte Meinung nicht automatisch bedeutet, dass die frühere falsch oder dumm gewesen ist.

Es geht um Gespräche, in denen wir vielleicht einmal nicht sofort antworten. Um Teams, in denen miteinander gesprochen wird, bevor der Flurfunk seine eigene Nachrichtensendung eröffnet. Um Beziehungen, in denen niemand Gedanken lesen können muss. Und um eine Gesellschaft, in der Menschen mehr sind als der eine Satz, der gerade nicht in unser eigenes Weltbild passt.

Denn Entwicklung bedeutet nicht, jeden Tag ein anderer Mensch zu werden.

Vielleicht bedeutet sie manchmal nur, heute etwas genauer hinzusehen als gestern.

Eine persönliche Folge über Umwege, Erkenntnisse, Fehler, neue Perspektiven und einen inneren Kompass, der nicht sagt, wo wir hinmüssen, sondern dabei hilft zu erkennen, wo wir gerade stehen.

🎙️ Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer

Wenn dich die Folge zum Nachdenken gebracht hat, teile sie gerne mit einem Menschen, der gerade selbst versucht herauszufinden, wo eigentlich vorne ist.

Transkript anzeigen

00:00:00: Entwicklung der Denkweise.

00:00:03: Hallo und herzlich willkommen bei Sichtweise von und mit Annette Pelzer.

00:00:09: Es gibt diese Momente, da schaut man zurück und denkt.

00:00:12: Interessant Damals war ich fest davon überzeugt schon ziemlich genau zu wissen wohin die Reise geht.

00:00:21: Und heute denke ich Ach wie niedlich.

00:00:25: Ich hatte einen Rucksack Ein paar Gedanken einen halben Stadtplan und sehr viel Vertrauen in meine Orientierung.

00:00:34: Nur der Kompass fehlte noch ein bisschen, genau darum geht es diesmal um eine eigene Entwicklung.

00:00:43: Nicht als großer Heldener Geschichte und auch nicht mit dem Anspruch am Ende irgendwo angekommen zu sein.

00:00:49: Entwicklung funktioniert ohnehin selten so ordentlich.

00:00:54: sie läuft nicht wie ein ICE mit Sitzplatz-Reserverung Eher wie ein Regionalzug, man stagt ein.

00:01:03: Irgendwo fällt die Klimaanlage aus?

00:01:07: An einer anderen Stelle steht man länger als gedacht und trotzdem kommt man Stück für Stück weiter.

00:01:14: Ich habe gelernt dass Erfahrung allein nicht automatisch bedeutet das man fertig gelernt hat.

00:01:21: Man kann dreißig Jahre etwas tun und trotzdem am einund treißigsten Jahr etwas erkennen was oder das vorher außerhalb des eigenen Blickwinkels lag.

00:01:35: Das ist für mich inzwischen keine Niederlage mehr, ganz im Gegenteil.

00:01:39: Es wäre ziemlich anstrengend immer so zu tun als hätte man alles verstanden.

00:01:45: Außerdem müsste man dann regelmäßig die eigenen Synapsen daran hindern neue Informationen hereinzulassen.

00:01:53: Die haben schon genug zu tun.

00:01:54: Unser Gehirn liebt bekannte Wege Selbst ein gedankliches Schlagloch bekommt irgendwann fast so etwas wie Heimatgefühl.

00:02:06: Mit dieser Entwicklung kam auch etwas anderes, ich habe angefangen unterschiedliche Sichtweisen stärker zusammenzubringen.

00:02:15: nicht weil jede Meinung automatisch richtig ist das wäre Unsinn aber jeder Mensch schaut aus einem bestimmten Winkel auf eine Situation und sammelt von dort seine Informationen.

00:02:30: Wenn ich mein eigenes Bild vervollständigen möchte, muss ich bereit sein auch das Bild meines Gegenübers anzuschauen.

00:02:39: Auch das gehört für mich zu Entwicklung.

00:02:43: Nicht jeden Widerspruch als Angriff zu betrachten.

00:02:48: Gleichzeitig bedeutet Entwicklung nicht keine Grenzen mehr zu haben!

00:02:54: Ich muss nicht alles akzeptieren nur weil ich bereits bereit bin zuzuhören.

00:02:59: Ich darf widersprechen, ich darf Konsequenzen ziehen.

00:03:07: Verbindung bedeutet für mich nicht sich selbst aufzugeben.

00:03:14: Verbindung bedeutet den anderen weiterhin als Mensch zu sehen – selbst wenn ich seine Haltung nicht heile!

00:03:22: Meine Arbeit hat sich dadurch verändert.

00:03:25: Aus einzelnen Gedanken wurden Zusammenhänge.

00:03:28: Aus Zusammenhängen entstanden Modelle und jedes Mal dachte ich irgendwann Jetzt ist es rund.

00:03:36: Bis mir am nächsten Morgen einfiel, dass dann noch etwas fehlt!

00:03:41: Wer schon einmal versucht hat ein eigenes Schaubild zu entwickeln kennt das.

00:03:47: Man sitzt davor schaut lange darauf und denkt perfekt.

00:03:54: Dann verschiebt man einen Pfeil um drei Millimeter Und plötzlich bricht die gesamte Weltordnung zusammen.

00:04:02: Aber genau darin steckt etwas Wertvolles.

00:04:06: Entwicklung braucht Überarbeitung, sie braucht die Bereitschaft ein Gedanken wieder anzufassen obwohl man ihn gestern schon für fertig erklärt hatte.

00:04:18: Sie braucht auch den Mut sich selbst zu korrigieren.

00:04:23: eine Meinung zu verändern weil neue Informationen hinzugekommen sind bedeutet aber nicht dass man vorher dumm war.

00:04:33: Eigentlich sollte das selbstverständlich sein.

00:04:35: Trotzdem wird Menschen erstaunlich oft vorgeworfen, dass sie ihre Meinung verändert haben.

00:04:43: Ich finde das spannend!

00:04:45: Wer erwarten Entwicklung und sind gleichzeitig irritiert wenn sich tatsächlich stattfindet?

00:04:52: Auch bei meinem Podcast merke ich immer wieder Veränderungen.

00:04:59: Es geht mir immer weniger darum möglichst viel Wissen in wenigen Minuten zu packen.

00:05:04: Wissen ist wichtig, aber Wissen allein verändert noch nichts.

00:05:09: Entscheidend ist doch ob aus Wissen ein Verstehen entsteht und aus dem Verstehn eine andere Handlung!

00:05:20: Ich glaube inzwischen das Entwicklung nichts Großes sein muss.

00:05:24: Manchmal beginnen sie damit im Gespräch nicht sofort zu antworten erstmal nur zuzuhören nachzufragen Ein Gerücht nicht weiterzutragen, ein Fehler einzugestehen eine Grenze klar auszusprechen oder zu erkennen dass man gerade über einen Menschenurteil von dem man nur einen kleinen Ausschnitt kennt.

00:05:53: Intims kann das bedeuten miteinander zu sprechen bevor der Flurfunk wieder zum Nachrichtensender mit eigener Redaktion wird.

00:06:04: In Beziehung kann es bedeuten, nicht darauf zu warten dass der andere Gedanken lesen lernt.

00:06:10: In der Gesellschaft heißt es für mich Menschen nicht sofort in Schubladen zu stecken nur weil ein Satz nicht ins eigene Weltbild passt.

00:06:21: Schubladen sind praktisch für Socken!

00:06:24: Beim Menschen wird es schnell eng.

00:06:27: Wenn ich also heute auf meine Entwicklung schaue sehe ich keinen geraden Weg.

00:06:32: Ich sehe Fragen, Umwege, Erfahrungen, Menschenfehlererkenntnisse und ziemlich viele Gedanken um die sich gegenseitig irgendwann gefunden haben.

00:06:44: Und ich sehe ein Kompass den ich inzwischen besser lesen kann als früher nicht weil er mir sagt wo ich hin muss sondern weil er mich hilft zu erkennen wo ich gerade stehe.

00:06:59: und genau das wünsche ich dir auch.

00:07:02: Nicht, dass du jemand anderes wirst sondern das du immer klarer erkennst wer du bist Was dir wichtig ist und welche richtung wirklich deine eigenes.

00:07:16: Wenn dir diese folge gefallen hat wenn Du einen gedanken mitnehmen konntest oder dich an einer stelle wieder erkannt hast Dann lass mir gerne ein like da.

00:07:28: Wenn du magst schreib mir mit einem kommentar und erzähl mir Woran du deine eigene Entwicklung merkst.

00:07:37: Und wenn du jemanden kennst, der gerade selbst versucht herauszufinden wo eigentlich vorne ist und dann teile diese Folge gerne so bringen wir gemeinsam ein bisschen mehr Klarheit Menschlichkeit und Humor in dieser manchmal ziemlich angespannte Welt bis zur nächsten Folge von Sichtweiser von und mit Annette Pelzer.

00:07:59: bleibt klar bleibt menschlich.

00:08:01: und vergiss nicht Entwicklung bedeutet nicht, dass du heute alles besser wissen musst als gestern.

00:08:09: Manchmal reicht es schon wenn du bereit bist heute etwas genauer hinzuschauen.

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