Peter Pan wird erwachsen: Freiheit gibt’s nicht ohne Verantwortung | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer

Shownotes

Peter Pan wollte nie erwachsen werden. Manche Erwachsene offenbar auch nicht.

Verantwortung übernehmen? Sich festlegen? Fehler eingestehen? Konsequenzen tragen? Klingt für manche Menschen verdächtig nach Einschränkung der persönlichen Freiheit.

Doch genau da beginnt das Problem.

In dieser Folge von „Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer“ geht es erneut um das sogenannte Peter-Pan-Syndrom. Nicht um eine medizinische Diagnose, denn die ist es nicht. Sondern um ein Verhaltensmuster, das in Beziehungen, Familien, Freundschaften und im Berufsleben ziemlich anstrengend werden kann.

Anette spricht darüber, warum Freiheit und Verantwortung nicht voneinander zu trennen sind und warum der Satz „Das war meine Entscheidung und jetzt kümmere ich mich um die Folgen“ offenbar schwerer sein kann, als man denkt.

Dabei geht es nicht nur um diejenigen, die Verantwortung vermeiden.

Es geht auch um die Menschen daneben.

Um Partner, Angehörige, Kollegen oder Freunde, die ständig retten, ausgleichen, entschuldigen, organisieren und auffangen. Denn wenn einem erwachsenen Menschen jede unangenehme Konsequenz abgenommen wird, bekommt er erstaunlich wenig Gelegenheit, selbst schwimmen zu lernen.

Und irgendwann stellt sich deshalb nicht nur die Frage:

Warum übernimmt dieser Mensch keine Verantwortung?

Sondern auch:

Warum übernehme ich ständig Verantwortung, die überhaupt nicht meine ist?

Anette spricht über Grenzen, Selbstverantwortung, emotionale Reife und darüber, warum Verständnis nicht bedeutet, jedes Verhalten hinnehmen zu müssen.

Denn Grenzen sind keine Strafe.

Und Verantwortung ist auch kein schwerer Rucksack, den Erwachsene irgendwann widerwillig bis zur Rente herumschleppen müssen.

Verantwortung bedeutet auch: Ich habe Einfluss. Ich kann entscheiden. Ich kann korrigieren. Ich kann lernen.

Das innere Kind darf trotzdem bleiben. Es darf lachen, träumen, Unsinn machen und gelegentlich ziemlich albern sein.

Aber wenn das Leben an die Tür klopft und fragt, wer hier eigentlich zuständig ist, sollte vielleicht nicht jedes Mal jemand anderes aufmachen müssen.

Wo endet für dich Leichtigkeit und wo beginnt Verantwortungsvermeidung?

Schreib Anette gerne deine Sichtweise dazu, teile die Folge und diskutiere mit.

Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer. Manchmal verändert sich unsere Sichtweise nicht durch eine schnelle Antwort, sondern durch die richtige Frage.

Transkript anzeigen

00:00:00: Peter Pan, Freiheit braucht Verantwortung.

00:00:05: Hallo und herzlich willkommen bei Sichtweise von UNMIT ANETTE PELZER.

00:00:10: Heute möchte ich ein Thema noch einmal aufgreifen über das wir schon mal gesprochen hatten Das sogenannte Peter Pan-Syndrom.

00:00:19: Und normalerweise könnte man sagen gut, hatten wir schon nächstes Thema Aber manche Dinge sind zu wichtig um sie nach einem Gespräch ordentlich zusammenzufalten unter erledigt zu legen.

00:00:34: Vor allem dann, wenn man merkt dass sie uns im Alltag auch in der Familie oder im Berufsleben immer wieder begegnen.

00:00:43: Denn erwachsen zu werden und Erwachsen zu sein sind offenbar zwei unterschiedliche Veranstaltungen.

00:00:50: Das Geburtsdatum erledig den ersten Teil ziemlich zuverlässig Beim zweiten wird es gelegentlich etwas.

00:00:58: nun ja kreativ.

00:01:01: Der Begriff Peter-Pan-Syndrom beschreibt keine offizielle anerkannte psychische Erkrankung oder medizinische Diagnose.

00:01:10: Er wird viel mehr benutzt, um verhaltensweisen erwachsenen Menschen zu beschreiben die Schwierigkeiten damit haben Verantwortung zu übernehmen Verbindlichkeit aushalten und die Konsequenzen des eigenen Handels wirklich anzunehmen.

00:01:25: Und genau deshalb möchte ich heute noch einmal darüber sprechen Nicht um Menschen einen Stempel auf die Stirn zu drücken.

00:01:33: Davon haben wir ohnehin schon genügend, sondern weil solche Verhaltensmuster für das Umfeld ziemlich anstrengend werden können – während derjenige, der sie lebt erstaunlich bequem darin sitzen kann.

00:01:48: Interessant dabei ist aber dass Verantwortung gern mit Einschränkungen verwechselt wird!

00:01:54: Wer mich liebt lässt mir meine Freiheit natürlich Aber Freiheit bedeutet nicht, dass andere die Rechnung für meine Entscheidung bezahlen müssen.

00:02:06: Erwachsen sein bedeutet auch nicht alles allein schaffen zu müssen!

00:02:11: Es bedeutet meinen Anteil erkennen zu können.

00:02:16: Ich darf auch Fehler machen ich darf auch überfordert sein Ich darf Hilfe brauchen Ich darf einmal keine Ahnung haben Was ich gerade tue.

00:02:30: Willkommen im Club.

00:02:31: Die Mitgliedschaft ist erstaunlich groß.

00:02:34: Entscheidend ist, ob ich sagen kann, wer oder das war meine Entscheidung?

00:02:40: Das war mein Verhalten!

00:02:42: Das hatte Auswirkungen auf dich und jetzt kümmere ich mich um meinen Teil.

00:02:49: Erwachsen werden heißt übrigens nicht ab sofort bei Gestrickjagden zu tragen und Spaß nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung zu haben.

00:02:58: Genau dieser Satz kann unglaublich schwer sein Denn hinter der Vermeidung von Verantwortung muss nicht Busheit stecken.

00:03:08: Es können Ängste dahinter liegen, Unsicherheiten oder auch ein geringes Selbstwertgefühl, ungünstige Erfahrungen und erlernte Verhaltensweisen.

00:03:20: Wer früh erlebt hat dass Verantwortung vor allem Druck, Kritik oder Überforderung bedeutet kann später versuchen genau diesem Gefühl auszuweichen.

00:03:31: andere haben gelernt dass ihnen Schwierigkeiten zuverlässig abgenommen werden.

00:03:37: Wenn jemand immer rettet, muss der Gerettete schließlich nicht unbedingt schwimmen lernen – das funktioniert wunderbar!

00:03:45: Jedenfalls für denjenigen, der trocken bleibt.

00:03:50: und damit kommen wir zu einem Punkt, der beim Peter-Pan-Syndrom häufig übersehen wird.

00:03:56: Für dieses Muster braucht es oft einen Umfeld, Wenn ich einem erwachsenen Menschen permanent Entscheidungen abnehme, seine Versäumnisse ausgleiche, seine Verpflichtung übernehme und anschließend darüber klage dass er keine Verantwortung übernimmt lohnt sich auch der Blick auf meinen eigenen Anteil.

00:04:21: Nicht als Schuldfrage!

00:04:24: Schuld bringt uns selten irgendwie besonders weit aber Verantwortung schon.

00:04:29: Warum übernehmer ich Dinge die eigentlich gar nicht meine sind?

00:04:34: Warum rette ich jemanden immer wieder vor Konsequenzen?

00:04:39: Was befürchte ich, wenn ich damit aufhöre?

00:04:43: Denn Grenzen sind keine Strafe.

00:04:46: Sie sind Informationen!

00:04:48: Ich kann einen Menschen lieben und trotzdem sagen das ist deine Verantwortung.

00:04:54: Ich kann Verständnis dafür haben warum jemand bestimmte Verhaltenweisen entwickelt hat ohne diese Verhaltensweisen dauerhaft für ihn auszugleichen.

00:05:07: Verständnis bedeutet nicht alles hinzunehmen, dieser Unterschied ist wichtig.

00:05:13: Sonst wird Empathie irgendwann zur Selbstaufgabe und die bekommt man zwar gelegentlich einen sehr edlen Namen.

00:05:22: Fühlt sich auf Dauer aber ziemlich bescheiden an.

00:05:26: auch gesellschaftlich lohnt es sich in dieser Blick.

00:05:32: wir sprechen viel über rechte Ansprüche und persönliche Freiheit Alles wichtige Dinge.

00:05:39: Aber Freiheit und Verantwortung gehören zusammen!

00:05:43: Wenn ich Entscheidungen treffen möchte, muss sich auch bereit sein ihre Folgen anzusehen.

00:05:49: Wenn etwas schiefläuft kann nicht grundsätzlich der Partner die Familie der Arbeitgeber die Gesellschaft das Wetter mehr Kur im Rückwärtsgang oder die ungünstige Monphase zuständig gewesen sein.

00:06:01: Irgendwann bleibt diese unangenehme Frage übrig Was davon gehört eigentlich mir?

00:06:10: Und genau darin steckt etwas sehr Kraftvolles.

00:06:15: Verantwortung wird auch häufig dargestellt, als wäre es so ein schwerer Rucksack den Erwachsene irgendwann ausgehändig bekommen haben und dann bis zur Rente herum schleppen müssen.

00:06:28: Dabei kann Verantwortung etwas völlig anderes bedeuten.

00:06:32: Wenn ich Verantwortung übernehme erkenne ich gleichzeitig an dass ich Einfluss habe.

00:06:39: Ich bin nicht nur jemand dem das Leben passiert, ich kann entscheiden verändern korrigieren und lernen.

00:06:46: Erwachsen werden bedeutet deshalb für mich nicht Das innere Kind irgendwo in einer Autobahnraschstätte auszusetzen Und anschließend vernünftig weiterzufahren.

00:06:55: im Gegenteil Wir dürfen neugierig bleiben auch ab uns mal albern sein Lachen Träumen Ausprobieren Über Dinge freuen die angeblich nicht mehr in unser Alter passen.

00:07:11: Wer hat das überhaupt festgelegt?

00:07:13: Das Lebensfreude irgendwann unseriös wird, hatte vermutlich selbst keinen besonders guten Tag gehabt oder?

00:07:22: Aber neben diesem lebendigen Anteil braucht es einen Erwachsenen in uns der sagen kann ich kümmere mich darum.

00:07:32: kein Mensch beherrscht das immer.

00:07:35: Darum geht's doch nicht.

00:07:37: Wir alle haben Situationen, in denen wir Verantwortung gerne kurz hinter dem Vorhang verstecken würden und hoffen, dass sie uns dort nicht findet.

00:07:47: Sie findet uns!

00:07:50: Verantwortung hat offenbar einen ziemlich guten All Orientierungssinn.

00:07:56: Peter Pan durfte in Nimmerland bleiben – wir leben allerdings her.

00:08:02: Das bedeutet nicht das wir unsere Leichtigkeit verlieren müssen.

00:08:05: Im Gegenteil, es kann unglaublich befreiend sein das eigene Leben nicht mehr anderen zur Verwaltung zu übergeben.

00:08:12: Bewahre dir also ruhig ein Stück Peter Pan die Neugier den Humor die Fantasie und die Fähigkeit ich jeden Unsinn des Lebens Bier ernstzunehmen aber wenn das Leben an die Tür klopft und fragt wer hier eigentlich verantwortlich ist sollte nichts ständig jemand anderes aufmachen müssen.

00:08:35: Wenn dieser Gedanke etwas bei dir angestoßen hat, dann lass gerne ein Like da.

00:08:40: Teile die Folge oder schreib mir einen Kommentar.

00:08:44: und mich würde besonders interessieren wo endet für dich Leichtigkeit?

00:08:50: Und wo beginnt Verantwortungsvermeidung?

00:08:53: Denn manchmal verändert sich unsere Sichtweise nicht dadurch dass wir sofort eine Antwort finden sondern dadurch das wir endlich bereit sind uns die richtige Frage zu stellen.

00:09:06: Bis zum nächsten Mal!

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