Vertrauen und Misstrauen: Zwischen Schutz und Manipulation | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer

Shownotes

In dieser Folge spricht Anette Pelzer über Vertrauen und Misstrauen – zwei Begriffe, die unser Denken, Fühlen und Handeln stark beeinflussen.

Themen dieser Episode: • Warum Vertrauen bei uns selbst beginnt • Wieso Misstrauen manchmal schützt • Wie Manipulation über Angst und Unsicherheit wirkt • Warum widersprüchliche Informationen unsere Orientierung schwächen • Weshalb ein klarer Wertekompass so wichtig ist • Wie Spaltung entsteht, wenn Menschen aufhören zuzuhören • Warum Menschlichkeit, Respekt und Eigenverantwortung zusammengehören

Diese Folge ist eine Einladung, sich selbst wieder stärker zu vertrauen, ohne naiv zu werden – und wachsam zu bleiben, ohne in dauerndes Misstrauen abzurutschen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Vertrauen und Misstrauen.

00:00:03: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Sichtweise, von und mit Annette Pelzer!

00:00:09: Schön, dass du wieder dabei bist.

00:00:12: Heute sprechen wir über ein Thema das uns alle betrifft – und ganz egal ob es in der Familie oder in der Partnerschaft im Beruf oder in Pflege – oder in unserer Gesellschaft.

00:00:23: Es geht um Vertrauen Zwei kleine Wörter mit einer gewaltigen Wirkung.

00:00:33: Vertrauen beginnt nicht bei anderen Menschen, Vertrauen beginsst bei uns selbst!

00:00:39: Es bedeutet das ich meinen eigenen Werten vertraue, dass ich mir zutraue Dinge zu prüfen Fragen zu stellen und Entscheidungen zu treffen.

00:00:49: Wer sich selbst vertraut muss nicht jedem hinterherlaufen der gerade am lautesten spricht.

00:00:57: Misstrauen hat ebenfalls seine Berichtigung.

00:01:01: Es schützt uns davor, alles ungeprüft zu glauben.

00:01:04: Doch wenn Misstrauen unser ständiger Begleiter wird, verlieren wir irgendwann die Fähigkeit überhaupt noch Vertrauen zu entwickeln, dann wird jeder verdächtig, jede Aussage angezweifelt und jede Entscheidung zur Belastung.

00:01:19: Schwierig wird es, wenn wir ständig zwischen Vertrauen- und Misstrauern hin und her springen müssen!

00:01:27: Heute erzählt uns jemand das eine morgen das genaue Gegenteil.

00:01:33: Der eine sagt, ich will dich nur schützen.

00:01:36: der nächste behauptet ebenfalls Ich will dich noch schützen.

00:01:41: Doch Schutz ist nicht immer Schutz Denn manchmal wird dieser Satz benutzt um Angst zu erzeugen.

00:01:48: Manchmal wird er benutzt damit wir etwas akzeptieren dass wir unter normalem Umständ niemals akzeptiert.

00:01:56: manchmal wird aus Hörsorge ein Werkzeug um Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken.

00:02:02: Das kann in Beziehungen passieren, das kann auch am Arbeitsplatz passieren, dass kann auch in Vereinen passieren oder aber auch im Unternehmen.

00:02:11: und selbstverständlich stellen sich viele Menschen auch bei gesellschaftlichen Entwicklungen die Frage ob Entscheidungen tatsächlich ihrem Wohl dienen oder anderen Interessen folgen?

00:02:22: Und genau deshalb ist es so wichtig nicht blind zu glauben abzulehnen, sondern selbst zu denken.

00:02:35: Nehmen wir einmal den Arbeitsplatz Eine Führungskraft gibt einen klaren Auftrag Der Mitarbeiter macht etwas völlig anderes.

00:02:43: Anschließend heißt das Das habe ich so verstanden Plötzlich wird aus einem eindeutigen Auftrag eine Diskussion über Wahrnehmung.

00:02:54: Jeder kennt solche Situationen.

00:02:56: Die Frage lautet dann nicht mehr was wurde gesagt Sondern Was wollte ich daraus machen?

00:03:04: Oder denken wir an eine Partnerschaft.

00:03:07: Da sagt jemand, Ich mache das doch nur für dich.

00:03:11: Klingt erstmal liebevoll nicht wahr?

00:03:14: Doch wenn am Ende nur einer entscheidet und der andere immer kleiner wird dann lohnt es sich genauer hinzuschauen.

00:03:22: Liebe macht nicht unfrei Vertrauen macht nicht abhängig.

00:03:28: Auch in der Pflege erleben wir dass Angehörige sagen manchmal, wir wissen schon was das Beste ist.

00:03:36: Pflegekräfte sagen Wir möchten dem Menschen schützen Ärzte verfolgen ihre Sicht Betreuer ihrer und der betroffene Mensch hat oft das Gefühl dass über ihn gesprochen wird aber nicht mit ihm.

00:03:52: Auch dort braucht es einen klaren Wertekompass.

00:03:57: Und genau darum geht es.

00:03:59: Ein Wertekompass lässt sich nicht jeden Tag neu einstellen, nur weil jemand eine überzeugende Geschichte erzählt.

00:04:06: Ehrlichkeit bleibt Ehrlichheit Respekt bleibt Respekt Verantwortung bleibt Verantwortung.

00:04:13: Diese Werte dürfen nicht davon abhängen wer gerade vor uns steht.

00:04:19: Wenn wir ständig widersprüchliche Informationen bekommen passiert etwas mit uns.

00:04:24: Wir verlieren unsere innere Orientierung.

00:04:28: Wir hören nicht mehr auf unser eigenes Denken, sondern nur noch auf die nächste Schlagzeile.

00:04:35: Das nächste Video oder die nächste Meinung.

00:04:37: Irgendwann wissen wir gar nicht mehr was wir selbst eigentlich glauben.

00:04:43: Genau dort beginnt Spaltung.

00:04:56: wo nur noch recht behalten, wichtiger ist als verstehen.

00:05:05: Wo nur noch in Lagern gedacht wird!

00:05:08: Wo das Gegenüber nicht mehr als Mensch gesehen wird sondern nur noch als Gegner.

00:05:15: Das Gefährliche daran ist dass wir uns dabei selbst verlieren.

00:05:19: Unsere eigenen Werte treten immer weiter in den Hintergrund.

00:05:23: Wir reagieren nur noch auf was andere tun oder sagen.

00:05:28: Wir leben nicht mehr aus unserer eigenen Überzeugung heraus, sondern aus einer ständigen Reaktion auf unser Umfeld.

00:05:39: Und dann passiert etwas Interessantes!

00:05:43: Das Wort verrückt kann man auch einmal anders betrachten.

00:05:48: Man könnte sagen fair rückt Von seinem Platz gerückt von den eigenen Werten weggerückt Von der eigenen Mitte weg gerückt.

00:06:04: Genauso fühlen sich viele Menschen heute, nicht weil sie schwach sind sondern weil ständig an ihrem inneren Kompass gezogen wird.

00:06:14: Mal heißt es hat Vertrauen Dann heißt es wieder trauen niemandem.

00:06:20: Mal heißtes denk selbst.

00:06:22: dann heißt es nein glaub lieber uns.

00:06:27: Kein Wunder dass viele Menschen irgendwann erschöpft sind.

00:06:30: Deshalb braucht jeder von uns einen festen Anker.

00:06:34: Einen Ort, an dem wir immer wieder überprüfen können.

00:06:38: Passt das zu meinen Werten?

00:06:40: Passt es zum einem Menschenbild?

00:06:43: Fördert diese Entscheidung Menschlichkeit oder Angst?

00:06:47: Führt sie zur mehr Eigenverantwortung oder zur mehr Abhängigkeit?

00:06:52: Denn Manipulation beginnt häufig nicht mit einer Lüge!

00:06:57: Sie beginnt oft damit, dass wir langsam den Kontakt zu unseren eigenen Maßstäben verlieren.

00:07:03: Deshalb dürfen wir zuhören prüfen und nachdenken.

00:07:09: Wir dürfen Fragen stellen ohne jemanden anzugreifen!

00:07:12: Wir dürfen unsere Meinung ändern wenn neue nachvollziehbare Erkenntnisse dazukommen.

00:07:18: Das ist mir keine Schwäche das eine Stärke.

00:07:22: Ein Mensch der sich selbst vertraut muss weder jedem glauben noch jedem misstrauen.

00:07:28: Er bleibt neugierig, er bleibt aufmerksam und vor allem bleibt er sich selbst treu!

00:07:38: Vielleicht wäre genau das heute einer der wichtigsten Schritte weniger Angst, weniger blinder Glaube, weniger Blinde Ablehnung dafür mehr Eigenverantwortung, mehr Menschlichkeit und mehr Mut den eigenen Wertekompass immer wieder in die Hand zu nehmen.

00:07:57: Denn Vertrauen bedeutet nicht, dass ich aufhöre zu denken.

00:08:01: Und Misstrauen bedeutet nicht das sich aufhöre zu fühlen.

00:08:05: Beides gehört zusammen!

00:08:07: Die Kunst besteht darin die Balance zu finden.

00:08:13: Ich danke dir, dass du heute wieder dabei warst.

00:08:16: Wenn dir diese Folge gefallen hat oder sie dich zum Nachdenken angerichtet hat freue ich mich über ein Like Ein Kommentar und natürlich darüber Wenn du diesen Podcast mit anderen Menschen teilst, vielleicht ist genau dieses Gespräch ein kleiner Schritt zurück zu mehr Vertrauen, mehr Verantwortung und mehr Menschlichkeit.

00:08:38: Bis zur nächsten Folge von Sichtweise von und mit Annette Pelzer.

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