Systemversagen in der Pflege – Wenn ein Land seine Alten hängen lässt - Sicht Weise von und mit Anette Pelzer

Shownotes

Pflege ist längst kein Randthema mehr. Sie betrifft Familien, Angehörige, Pflegekräfte – und früher oder später uns alle. Trotzdem entsteht immer stärker der Eindruck, dass ausgerechnet bei den Menschen gespart wird, die ohnehin am wenigsten Luft haben.

In dieser Folge von „Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer“ geht es um das, was viele empfinden, aber oft nur hinter vorgehaltener Hand sagen: Das System in der Pflege gerät immer weiter aus dem Gleichgewicht.

Anette spricht über steigende Beiträge, wachsende Eigenanteile, den Personalmangel, die Überforderung von Angehörigen und die Sorge, dass pflegebedürftige Menschen zunehmend als Kostenfaktor betrachtet werden. Dabei geht es nicht um billige Empörung, sondern um die Realität, die viele jeden Tag erleben.

Auch der aktuelle Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) zeigt, wie tief die Verunsicherung inzwischen sitzt. Noch ist nichts endgültig beschlossen. Aber genau deshalb ist jetzt der Moment, darüber zu reden – nicht erst dann, wenn das Kind endgültig in den Brunnen gefallen ist.

Diese Folge ist unbequem. Sie ist deutlich. Und sie stellt eine Frage, die immer drängender wird: Was kostet es unsere Gesellschaft, wenn Pflege nicht mehr funktioniert?

Wenn dich diese Episode bewegt, teile sie mit Menschen, die dieses Thema nicht länger wegdrücken wollen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Systemversagen in der Pflege.

00:00:03: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Sichtweise, von und mit Annette Pelzer.

00:00:09: Heute spreche ich über ein Thema bei dem ich lange überlegt habe ob ich überhaupt etwas dazu sagen soll.

00:00:17: nicht weil ich keine Meinung habe sondern weil ich weiß dass dieses Thema polarisiert.

00:00:23: aber irgendwann kommt dann der Punkt an dem Schweigen nicht mehr neutral ist.

00:00:27: irgendwann wird das Schweigen zur Zustimmung Und genau deshalb möchte ich heute darüber sprechen.

00:01:00: Aber ich kann verstehen, warum sie gestellt wird.

00:01:03: Gleichzeitig hören wir immer wieder das die Beiträge steigen müssen Das Leistungen begrenzt werden, dass gespart werden muss Dass die Pflegeversicherung finanziell unter Druck steht.

00:01:14: Das sind Fakten über die kaum noch jemand diskutiert.

00:01:18: Auch der aktivelle Referentenentwurf zum Pflegenneuordnungsgesetz dem sogenannten PNOG verfolgt das Ziel, die Pflegeversicherung finanziell zu stabilisieren.

00:01:31: Dafür sind unter anderem strukturelle Veränderungen Einsparung und eine stärkere Eigenverantwortung vorgesehen.

00:01:38: Das Gesetz ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beschlossen.

00:01:41: Es befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren.

00:01:45: Dennoch gehen viele Fachverbände davon aus dass wesentliche Inhalte des Entwurfs in ähnlicher Form umgesetzt werden könnten.

00:01:53: Und genau hier beginnt meine Sorge.

00:01:56: Wie soll es funktionieren?

00:01:58: Die Beiträge steigen, Leistungen werden verändert oder gekürzt.

00:02:01: Gleichzeitig geht in den kommenden Jahr ein großer Teil der Ärzteschaft in den Ruhestand.

00:02:06: Pflegefachkräfte fehlen schon heute an allen Ecken und Enden.

00:02:10: Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt jedes Jahr weiter?

00:02:15: Wer soll diese Menschen

00:02:15: versorgen?!

00:02:17: Diese Frage ist keine Provokation – sie ist einfach nur Realität!

00:02:21: Mir fehlen manchmal die Worte, nicht weil ich nichts zu sagen hätte sondern weil ich jeden Tag sehe welche folgen politische Entscheidungen für echte Menschen haben.

00:02:30: Hinter jeder Statistik sitzen Mensch.

00:02:33: Hinter jede Reform steht eine Familie.

00:02:36: hinter jeder Leistungsgürzung steht jemand der sich fragt wie er das zukünftig schaffen soll.

00:02:43: Ich habe oft gehört man solle nicht alles so negativ sehen Man müsse Vertrauen haben und erst einmal abwarten.

00:02:50: Natürlich sollte man Gesetze erst bewerten, wenn sie beschlossen sind.

00:02:54: Aber genauso dürfen wir über Referentenentwürfe sprechen.

00:02:58: Genau dafür gibt es Sie – damit diskutiert wird, bevor Entscheidungen endgültig getroffen werden!

00:03:04: Was mich besonders beschäftigt ist das Gefühl, dass eine ganze Generation zunehmend als Kostenfaktor betrachtet

00:03:11: wird.".

00:03:12: Menschen die dieses Land aufgebaut haben, Menschen die gearbeitetes Steuern gezahlt, Kinder großgezogen und unsere Sozialversicherungssysteme finanziert haben.

00:03:22: Heute erleben viele von ihnen das sie immer mehr Eigenanteile zahlen müssen und gleichzeitig hören dass das Geld nicht reicht.

00:03:31: Ich frage mich manchmal wie sich diese Menschen fühlen müssen jahrelang Einzahlen und dann im entscheidenden Moment erleben, dass Leistungen begrenzt werden.

00:03:41: Während die Kosten weiter steigen?

00:03:44: Das hinterlässt Spuren nicht nur finanziell sondern auch emotional.

00:03:49: Viele fragen dann Warum geht es nicht auf die Straße?

00:03:53: Ganz ehrlich Ich glaube viele Menschen haben längst resigniert Nicht weil sie gleich gültig sind Sondern weil Sie das Gefühl haben ohnehin nichts verändern zu können.

00:04:04: Dieses Gefühl ist mindestens genauso gefährlich wie jeder Reform.

00:04:09: Denn wenn Menschen aufhören zu glauben, dass ihre Stimme noch etwas bewirken kann verliert eine Demokratie ein wichtiges Fundament.

00:04:19: Und jetzt stelle ich mir eine andere Frage Warum sollte ich darüber nicht sprechen?

00:04:24: Warum sollte Ich ruhig sein?

00:04:26: Nimmt jemand Rücksicht auf meinen Berufsstand?

00:04:29: N nimmt jemand rücksicht Auf die Schlägekräfte Die jeden Tag versuchen die Lücken eines Systems aufzufangen?

00:04:35: nimmt jemand Rücksicht auf die Angehörigen, die oft bis in ihrer Belastungskränze gehen?

00:04:40: Nimmt jemand Rüksicht auf Pflegebedürftige Menschen, die Angst vor ihrer Zukunft

00:04:44: haben?".

00:04:45: Meine Antwort lautet ganz klar.

00:04:50: Deshalb werde ich auch weiterhin darüber sprechen nicht um Angst zu machen, nicht um Menschen gegeneinander aufzubringen sondern weil wir an hoher Lösung finden können wenn wir Probleme benennen dürfen.

00:05:01: Kritik ist kein Angriff auf den Staat.

00:05:04: Kritik ist ein Zeichen dafür, dass Menschen Verantwortung übernehmen und nicht wegsehen.

00:05:09: Ich wünsche mir eine Diskussion die nicht fragt was Pflege kostet.

00:05:14: ich wünsche mehr eine Diskussions darüber Was es unserer Gesellschaft kostet wenn pflege nicht funktioniert Denn irgendwann kann jeder von uns auf Hilfe angewiesen sein.

00:05:24: Alter macht keine unterschiede Krankheit macht keine Unterschiede.

00:05:28: Pflege betrifft Nicht nur die anderen.

00:05:31: Pflege Betrifft uns alle.

00:05:35: Das war Sichtweise von und mit Annette Pelzer.

00:05:39: Wenn dich diese Folge zum Nachdenken gebracht hat, freue ich mich wenn du sie mit Menschen teilst denen dieses Thema ebenfalls am Herzen liegt!

00:05:46: Wenn Du magst lass auch gerne ein Like oder einen Kommentar da nicht für den Algorithmus sondern damit dieses wichtige Thema mehr Menschen erreicht.

00:05:56: Danke dass Du zugehört hast.

00:05:59: bis zur nächsten Folge.

00:06:00: pass gut auf Dich Auf und auf die Menschen die auf Unterstützung angewiesen sind.

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