Trauma und Körpersignale: Warum der Körper reagiert, wenn der Wille längst weitermachen will - Sicht Weise

Shownotes

Trauma ist kein Charakterfehler. Kein Drama aus dem Lehrbuch. Kein „Stell dich nicht so an“. Trauma ist oft leise, unsichtbar und trotzdem verdammt wirksam.

In dieser Folge von Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer geht es um einen Satz, der hängen bleibt:

Trauma wirkt im Körper, nicht im Willen.

Wenn ein Mensch etwas erlebt, das ihn komplett überfordert, übernimmt der Körper. Puls, Atmung, Muskeln, Nervensystem, innere Alarmbereitschaft. Der Verstand kann in solchen Momenten nicht einfach souverän moderieren, während der Körper längst auf Überleben geschaltet hat.

Und genau da beginnt das Missverständnis.

Denn wenn die Situation vorbei ist, ist der Körper nicht automatisch fertig damit. Manche Menschen sind erschöpft, gereizt, angespannt, überempfindlich oder ziehen sich zurück. Andere funktionieren nach außen weiter, während innen längst alles auf Reserve läuft.

Diese Folge räumt auf mit dem schnellen Urteil.

Nicht: „Warum ist der Mensch so?“

Sondern: „Was ist diesem Menschen passiert?“

Es geht um Körpersignale, Schutzprogramme, Überforderung, Pflegealltag, menschliches Miteinander und die Frage, warum Verstehen manchmal mehr verändert als jeder gut gemeinte Ratschlag.

Eine Folge für alle, die Menschen nicht vorschnell bewerten wollen. Und für alle, die vielleicht selbst merken: Mein Körper erzählt mir etwas, das ich lange überhört habe.

Kernaussage der Folge: Verstehen statt bewerten. Nicht alles ist Schwäche. Manches ist ein Körper, der versucht, zu schützen.

Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer Pflege. Menschlichkeit. Würde. Und die Dinge, über die viel zu selten ehrlich gesprochen wird.

Transkript anzeigen

00:00:01: Trauma und Körpersignale.

00:00:03: Willkommen bei Sichtweise von und mit Annette Pelzer.

00:00:08: Schön, dass du wieder eingeschaltet hast!

00:00:10: Heute geht es um ein Thema was eine enorme Wirkung hat weil wir es vielleicht nicht so gesehen haben.

00:00:18: Es geht um Trauma.

00:00:21: Und bevor jetzt jemand denkt das ist wieder so ein großes schweres Wort Das nur in Lehrbüchern vorkommt sage ich es direkt im Vorfeld.

00:00:31: Trauma begegnet uns im Alltag, viel häufiger als wir glauben.

00:00:36: Nur sprechen wir oft nicht darüber oder erkennen es auch nicht direkt sofort!

00:00:41: Der Satz um den es sich heute alles dreht ist ganz einfach und gleichzeitig für viele ungewohnt.

00:00:48: Trauma wirkt im Körper und nicht im Willen.

00:00:54: Wir leben in einer Zeit, in der Skil über Stärke gesprochen wird.

00:00:59: Man soll funktionieren, sich zusammenreißen, weitermachen Und wenn jemand nicht mehr kann, kommt schnell der Gedanke.

00:01:07: Da fehlt es an Belastbarkeit und genau hier lohnt es sich einmal genauer hinzuschauen Denn ein Trauma hat nichts mit mangelndem Willen zu tun.

00:01:18: Es entsteht dann Wenn ein Mensch in eine Situation gerät die ihn komplett überfordert Eine Situation In der es kein Plan B gibt keinen Ausweg.

00:01:31: Ich regle das schon.

00:01:33: Der Körper schaltet in diesem Moment auf Überleben um und der Verstand hat, ehrlich gesagt mal sind Pause.

00:01:43: Während eines traumatischen Erlebens läuft im Körper ein Programm ab.

00:01:48: Das Älter ist als jeder Ausbildung jedes Studium und jede gute Absicht.

00:01:54: Der Puls geht hoch die Atmung verändert sich Muskeln spannen sich an oder geben plötzlich nach Manche Menschen werden unruhig, andere werden ganz still und dieses Stillsein wird oft missverstanden.

00:02:11: Von außen sieht es vielleicht ruhig aus aber innerlich ist das System im Ausnahmezustand.

00:02:17: Gedanken kommen nicht mehr klar an Entscheidungen fühlen sich an wie eine unlösbare Aufgabe Und manchmal hat man das Gefühl man steht neben sich und schaut sich selbst zu klingt für außenstellende merkwürdig, ist aber für den Betroffenen sehr real.

00:02:39: Und jetzt kommt der Teil, der häufig unterschätzt wird.

00:02:42: Wenn die Situation vorbei ist heißt es noch lange nicht dass der Körper einfach wieder auf Normalbetrieb umschaltet.

00:02:49: so funktioniert er einfach nicht.

00:02:51: Der Körper braucht Zeit Um überhaupt zu verstehen das die Gefahr vorbei ist.

00:02:57: Viele Menschen merken, da erst danach.

00:03:01: plötzlich kommt eine tiefe Müdigkeit die sich nicht einfach mit einer Nachtschlaf erledigt hat.

00:03:09: Der Körper ist angespannt, obwohl gerade nichts passiert.

00:03:14: Geräusche werden intensiver wahrgenommen Die Geduld ist schneller am Ende und manchmal reagiert man auf Dinge stärker als man es selbst von sich kennt.

00:03:26: Und genau hier beginnt oft das Problem im Alltag.

00:03:29: Denn jetzt kommen die Bewertungen Jetzt stell dich doch nicht so an Was ist doch vorbei?

00:03:36: Reiß dich zusammen.

00:03:38: Das sind Sätze, die viele kennen und sie machen es nicht besser.

00:03:42: ganz im Gegenteil Sie sorgen dafür dass Menschen anfangen an sich selbst zu zweifeln obwohl ihr Körper eigentlich nur versucht das Erlebte zu verarbeiten.

00:03:54: Wenn ein Trauma nicht ausreichend verarbeitet wird bleibt der Körper gewissermaßen in Bereitschaft immer ein bisschen angespannt immer ein bisschen auf der Hut.

00:04:06: Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen, da eine wird schneller reizt, andere zieht sich schneller zurück.

00:04:13: Manche haben körperliche Beschwerden für die sich keine klare Ursache finden lässt und andere funktionieren nach außen perfekt und sind innerlich einfach nur noch erschöpft.

00:04:26: Und ja auch das gibt es Menschen bei denen man denkt läuft doch alles Und wenn man genauer hinschaut, merkt man da läuft gar nichts rund.

00:04:38: Da wird nur gut kompensiert!

00:04:41: Das Entscheidende ist – und das kann man sich nicht oft genug sagen – diese Reaktionen sind keine Schwäche Sie sind eine logische Folge von Überforderung.

00:04:54: Der Körper macht genau das was er soll Er schützt.

00:04:59: Nur leider verstehen unsere Umgebung dieses Schutzprogramm nicht immer sofort.

00:05:05: Und gerade in der Pflege, im Gesundheitsbereich und auch im ganz normalen Miteinander wäre es so wichtig hiermit umzudenken – nicht sofort zu bewerten sondern einen Moment innehalten und sich fragen was könnte dahinterstecken?

00:05:22: Denn Verhalten hat immer einen Grund, auch wenn er nicht auf den ersten Blick sichtbar ist!

00:05:29: Und manchmal hilft schon ein klarer Perspektivwechsel, statt zu denken Warum ist der Mensch so?

00:05:37: Kann man doch einfach fragen Was ist diesem Menschen passiert?

00:05:43: Das verändert Gespräche.

00:05:45: Das verändert Begegnungen und im besten Fall auch einen Umgang miteinander.

00:05:51: Am Ende bleibt ein Satz den man sich ruhig merken darf Auch für den Alltag und auch für den eigenen umgang mit sich selbst Verstehen statt bewerten.

00:06:03: Klingt einfach, ne?

00:06:05: Ist es aber nicht immer!

00:06:07: Arbeitsmacht ein großen Unterschied.

00:06:10: Das war Sichtweise von und mit Annette Pelzer.

00:06:14: Wenn dir die diese Folge gefallen hat oder du jemanden kennst der sie hören sollte dann teil sie einfach Und gebe sie weiter und wenn du magst lass einfach einen Like da das hilft solche Themen ein Stück mehr in den Alltag zu bringen wo sie hingehören.

00:06:33: Danke, dass du zugehört hast!

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